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Lupinen sagen Soja-Pflanze den Kampf an

Lupinen sind sind nicht nur wunderschön anzusehen und in der Landwirtschaft als Futtermittel im Einsatz, sondern seit geraumer Zeit auch ins Hauptaugenmerk der Ernährungswissenschaftler geraten. Lupinen enthalten nämlich viel pflanzliches Eiweiß und sind in der Lage tierisches Fett zu ersetzen. Dies erfreut vor allem viele Veganer und Vegetarier, für die Lupinen immer mehr zur Alternative zur Soja-Pflanze werden.

Der farbenfrohe Schmetterlingsblütler, der zur Familie der Hülsenfrüchtler zählt, beinhaltet Vitamin E und eine große Anzahl an wichtigen Spurenelementen wie Kalium, Kalzium und Magnesium.

Das Öl, das aus der Pflanze gewonnen werden kann, ist reich an ungesättigten Fettsäuren. Aus den Schalen lässt sich Mehl gewinnen, das man im Fachhandel bereits in vielen glutenfreien Backwaren findet.

Lange Zeit war das Lupinen-Mehl aufgrund der Bitterstoffe für die Nahrungsmittelindustrie uninteressant. Im letzten Jahr wurde vom Freisinger Fraunhofer-Institut allerdings ein Aufbereitungsverfahren entwickelt, wodurch ein neutral schmeckendes Eiweißpulver entsteht, das ähnlich wie Sojaeiweiß verwendet werden kann. Die Entwickler wurden dafür sogar mit dem Deutschen Zukunftspreis ausgezeichnet.


Zusammensetzung

Die Zusammensetzung der Lupinen-Samen ähnelt jener der Sojabohnen ungemein. Mit einem Anteil von 36 bis 48 Prozent gelten sie als äußerst eiweißreich. Aufgrund der enthaltenen Aminosäuren ist dieses außerdem besonders hochwertig. Ein Teilgrund dafür ist das Lysin, das in den meisten Getreidesorten nicht vorliegt. Des Weiteren sind Lupinen-Samen wesentlich fettärmer als Sojabohnen. Ihr Fettgehalt beträgt vier bis sieben Prozent. Dieser wiederum besteht zu einem großen Anteil aus wertvollen einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Auf Seiten der Kohlenhydrate überzeugen Lupinen dahingehend, dass sie keine Stärke und kein Gluten enthalten.
Im Vergleich zu anderen Hülsenfrüchten sind Lupinen besser verträglich, da sie weniger blähende Substanzen enthalten.

Lupinenprodukte passen nicht nur hervorragend zum derzeitigen Trend von vegetarischen und speziell veganen Lebensweisen, sondern können auch für laktoseintolerante Menschen ein Segen sein. Milchprodukte auf Lupinenbasis können ein Ausweg gegen die Unfähigkeit Milchzucker abzubauen sein. Lupinen-Milch schmeckt zwar nicht genau wie Kuhmilch, kommt dem Original allerdings sehr nahe. Dasselbe gilt auch für Lupinen-Pudding, Lupinen-Eis oder Lupinen-Joghurt.

Veganer haben oftmals ein Problem bei der Versorgung mit Vitamin B12. Daher wird von vielen Ernährungswissenschaftlern zu Supplementen oder zu weiteren angereicherten Lebensmitteln geraten. Lupinenprodukte enthalten im Gegensatz zu anderen veganen Lebensmitteln beträchtliche Mengen des sonst nur in tierischen, fermentierten oder bakteriellen Produkten vorkommenden Vitamin B12.

Nummer-1-Soja-Konkurrent

Abgesehen von den Inhaltsstoffe gibt es drei wesentliche Vorteile gegenüber der Sojabohne. Zum einen gibt es keine gentechnisch veränderten Lupinensorten. Ganz im Gegensatz zu Soja können Lupinen des Weiteren mühelos in Europa angebaut werden. Sie müssen also nicht durch die ganze Welt geschifft werden. Hervorzuheben ist auch, dass die Pflanzen im Boden Stickstoff- und Phosphorverbindungen freisetzen, die wiederum anderen Pflanzen wie Weizen und Mais beim Wachstum helfen.

Die große Vormachtstellung von Soja als Fleischersatz könnte durch den vermehrten Einsatz von Lupinen also in Zukunft der Geschichte angehören. Die Bedeutung der Lupinen wird in Zukunft wohl weltweit und in Europa zunehmen, da sowohl das Fettsäuremuster als auch das Aminosäurespektrum der Pflanze sehr günstig für die menschliche Ernährung sind. Sehr erfreulich ist auch, dass die genetische Vielfalt der Lupinen wesentlich größer ist als jene der Sojabohne. Dadurch werden Erfolge in der Züchtung auch ohne Gentransfer begünstigt, und das Risiko von Lebensmittelunverträglichkeiten und Allergien wird dadurch langfristig sehr gering gehalten.   

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