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Leinöl – der Omega-3-König unter den Lebensmitteln

Leinöl erfreut sich seit geraumer Zeit, und zwar nicht nur in der Ernährungs-Leitkultur oder der alternativen Veggie-Szene, großer Beliebtheit. Wir haben uns schlau gemacht, ob das sogenannte „flüssige Gold“ seinem guten Ruf gerecht werden kann.

Fakt ist, dass die Inhaltsstoffe von Leinöl gesundheitlich äußerst vielversprechend sind und das Öl im Bereich der gesunden Fette tatsächlich an der Spitze steht. Das Pflanzenöl enthält zum Großteil ungesättigte Fettsäuren und hat einen beachtlich hohen Anteil an der Omega-3-Fettsäure α-Linolensäure. Selbstverständlich kommt es auf die Qualität und die Herkunft der Pflanze an, doch kaltgepresstes Leinöl bringt es auf bis zu 70 Prozent der dreifach ungesättigten Fettsäure. Zum Vergleich, Rapsöl schafft es auf neun, Lachs auf vier Prozent. Dieser Wert ist deshalb von so großer Bedeutung, da in zahlreichen wissenschaftlichen Studien nachgewiesen wurde, dass die α-Linolensäure Entzündungen hemmen, die Blutgerinnung fördern und die Blutgefäße erweitern kann. Sie ist ein essentieller Nährstoff, die den Blutdruck und die Blutfette reguliert und damit vorbeugend gegen Schlaganfall, Herzinfartk und Thrombosen wirkt. Forscher haben herausgefunden, dass die α-Linolensäure zu einem geringen Teil auch in die höherwertigen Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure umgewandelt wird.

Cholesterin senken und Stimmung heben

Ein hoher Cholesterinspiegel gilt als Aushängeschild für die ungesunde Lebensweise unserer derzeitigen Gesellschaft. Untersuchungen haben ergeben, dass hohe Fettwerte im Blut eigentlich relativ leicht bekämpft werden können. Bereits ein Löffel Leinöl mit zwei Scheiben Leinsamenbrot täglich, kann dafür sorgen, dass sich deutliche Besserungen einstellen. Eine Studie in New Jersey hat nach einer dreimonatigen Testphase ergeben, dass bei den Teilnehmern nicht nur der gesamte Wert des Cholesterins, sondern auch ganz gezielt der Wert des unerwünschten LDL-Cholesterins sank.

Dem nicht genug können Leinöl und Leinsamen auch zur Vermeidung von Diabetes beitragen. Eine kanadische Studie hat ergeben, dass das Öl den Anstieg des Blutzuckerspiegels nach Mahlzeiten abschwächt und so der Entstehung von Diabetes massiv entgegenwirkt. Für bereits erkrankte Diabetiker bedeutet die Zufuhr von Leinöl meist eine geringere benötigte Insulinmenge.

Des Weiteren wurden diverse Untersuchungen hinsichtlich der Wirkung auf das menschliche Wohlbefinden durchgeführt. Die Probanden berichteten dabei, dass sie sich im Alltag wesentlich aktiver gefühlt haben. Außerdem legen mehrere Studien die Vermuntung nahe, dass Leinöl sogar Depressionen oder Ängste lindern kann. Dies ist nicht weiter verwunderlich, denn schließlich kann eine zu geringe Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren nicht nur das Denkvermögen beeinträchtigen, sondern auch zu einem Mangel an Gefühlen und Emotionen führen.

Gesunder Genuss

Neben all diesen positiven Auswirkungen auf Geist und Körper besticht das Leinöl durch einen intensiv nussigen und herzhaften Geschmack. Das Öl riecht würzig nach Heu und wird als leicht röstig beschrieben. Außerdem kann es eine fischige Note aufweisen.

Das berühmteste Gericht mit Leinöl sind vermutlich Pellkartoffeln mit Quark. In Schlesien und in der Umgebung Berlins genießt das Traditionsgericht Kultstatus. Außerdem wird es häufig für Gurkensalat und sauren Hering in Sahnesauce verwendet. Rezepte finden sich genug. Das Öl sollte allerdings keinesfalls zum Braten verwendet werden, da die Omega-3-Fettsäuren beim starken Erhitzen zerstört werden.

In Österreich findet sich das Leinöl im Register der „Traditionellen Lebensmittel“. Vor allem in der oberösterreichischen Küche wird es seit jeher für die Zubereitung verschiedenster Speisen verwendet. Für diejenigen, die den Geschmack nicht mögen, besteht auch die Möglichkeit, das Leinöl mit neutral schmeckendem Öl zu mixen.

Geschmack und Wirkung bewahren

Hinsichtlich der Aufbewahrung sollte man wissen, dass Leinöl äußerst luftempfindlich ist. Bereits nach kurzer Zeit wird es bitter und ranzig. Nach dem Öffnen sollte man es kühl lagern, doch selbst im Kühlschrank entseht nach eingen Tagen ein bitterer Geschmack. Der Schmelzpunkt von Leinöl liegt in etwas bei -16 bis -20 °C, weswegen es auch im Tiefkühlfach aufbewahrt werden kann ohne dabei fest zu werden. Dort bleibt es über mehrere Wochen ohne Geschmackseinbußen haltbar.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass sich das Leinöl zur Zeit völlig zurecht einer großen Beliebtheit erfreut. Die Inhaltsstoffe des Öls können vielen negativen gesundheitlichen Einflüssen entgegenwirken und so lange man das „flüssige Gold“ nicht in unbegrenzten Mengen zu sich führt, bleiben sämtliche Nebenwirkungen aus.

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